Archiv der Kategorie: Spielberichte

Geduld nur, Geduld (16.05.2018)

Wenn ich es richtig sehe, ist die Neuner-Konstellation diejenige, in der die meisten Tore fallen. Seit Beginn der Datenerfassung von OptaKelsch im Jahr 2014 fielen im Schnitt pro Spiel 30,7 Tore, wenn neun Kelschs kickten. Insofern sind die 28 erzielten Treffer vom letzten Mittwoch sogar noch leicht unterdurchschnittlich.

Das Spiel war über weite Strecken ausgeglichen und die Führung wechselte hin und her. Erst gegen Ende konnte sich Bunt mit 15 zu 12 entscheidend absetzen, ehe Orange mit Treffer Nummer 13 den Schlusspunkt setzte. Es war für beide Mannschaften, auch auf dem verkleinerten Feld, ein laufintensives Spiel, bei dem am Ende wohl auch ausschlaggebend war, dass sich ein Bunter im Tor stets kurz ausruhen konnte, während alle Orangenen durchgehend laufen mussten. Angesichts der vielen Tore seien nur einige taktische und regeltechnische Gedanken angesprochen.

Grundsätzlich versuchte Bunt bei eigenem Ballbesitz mit einer hochstehenden Raute die Überzahl auszuspielen. Der Torhüter hinter der Raute wurde angehalten, auf der Linie zu bleiben, da ansonsten die von der Unterzahlmannschaft zu verteidigenden Räume riesig werden. Als defensiver Feldspieler agierte meist Harald, als Offensiver (und damit als falscheste aller falschen Neunen) der Autor dieser Zeilen, während sich der Meister, Albrecht und Stefan auf den Außenpositionen abwechselten.

Diese Formation funktionierte sehr gut, um hübsche Dreiecke zu bilden, mit denen Bunt weite Teil des Feldes dominierte. Soweit das Kurzpass-Kombinationsspiel mit möglichst einfachen, schnellen und sauberen Pässen gelang, konnte sich Bunt regelmäßig Chancen erspielen und kam fast zwangsläufig zu Toren.

Orange wehrte sich bei gegnerischem Ballbesitz in einer 1-3 Staffelung, wobei der letzte Mann gleichzeitig Libero und Torhüter sein musste. Die grundsätzliche Schwäche der Raute ist, dass nur ein Spieler im Zentrum vor dem eigenen Torwart steht, wenn die Außenspieler oder der Stürmer nicht schnell genug zurück eilen. Dementsprechend konteranfällig war Bunt bei Ballverlusten in der gegnerischen Hälfte: Sei es, weil man überhastet agierte und Risikopässe von Orange abgefangen wurden oder weil ein orangener Verteidiger im Zweikampf den Ball gewann und schnell nach vorne spielte. Geduld war also das Mittel zum Zweck der Bunten.

Wurden die bunten Angriffe, auch ohne Torerfolg, sauber abgeschlossen, staffelte man sich mit einem klaren Fokus auf das Zentrum in einer 3-1 Formation vor dem Torhüter. Das gelang allerdings nicht immer gut, weil Orange regelmäßig mit einem 2-2 Rechteck in die Zwischenräume gelang und den orangenen Angreifern im Strafraum oft zu viel Platz gelassen wurde.

Taktisch machten beide Mannschaften aus den gegebenen Umständen also das Beste und so kam ein ganz ansehnliches, spannendes und intensives Spiel zustande. Mehr kann man von der ungeliebten Neuner-Kombination nicht erwarten.

Eine Diskussion zum Reglement stieß Steffen erst nach dem Abpfiff an. Das orange Tor wurde auf die beiden Pfosten und die Latte flachgelegt, so dass Bunt als Trefferfläche nur die Torbreite multipliziert mit der Tortiefe zur Verfügung stand (Sie wissen schon, was ich meine…). Wenn ich mich recht entsinne, erzielte Bunt als Überzahlmannschaft zwei Treffer aus der eigenen Hälfte – in das verwaiste orangene Tor. Da es während des Spiels nicht thematisiert wurde, wendete Bunt dieses Mittel gelegentlich an; ganz überwiegend erfolglos. Wir sollten bei der nächsten Neuner-Konstellation vor dem Anpfiff festlegen, wie die Sache gehandhabt werden soll, wenn das Fünfer-Team auf das verkleinerte, flachliegende Tor spielt.

Bunt 15:13 Orange

Bunt: Albrecht, Harald, Marcus M., Meister, Stefan

Orange: Bernd, Roman, Steffen, Tobi H.

Man of the Match: Albrecht. Zwei unglückliche Gegentreffer als Torhüter lassen wir geflissentlich unter den Tisch fallen, weil Albi gleich danach mehrere starke Reflexe zeigte, sich in der Abwehr heldenhaft in die Zweikämpfe warf und mit mehreren schönen Toren – gerne auch als Direktabnahme – einen maßgeblichen Beitrag zum Sieg seiner bunten Farben beisteuerte.

 

 

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Gute Gäste (25.04.18)

Ich weiß nicht genau, wann das Jugendspiel abgepfiffen wurde. Aber ganz ehrlich: Dass unseres dann ernsthaft erst um 20.45 Uhr begann, kann doch nicht unser Ernst sein, oder?

Auf der positiven Seite stehen indes die perfekte Spielerzahl 14, mit dem Meister ein engagierter Mannschaftseinteiler, der sich nicht vor der Verantwortung drückte und – gemessen am Spielverlauf – seine Aufgabe mit Bravour erfüllte, gute Gäste vom SV Prag und, so man ihn als Gast bezeichnen will, in Person von Basti, der vor dem Spiel damit kokettierte, möglicherweise nicht mithalten zu können.

Und in der Tat konnte zwar nicht er selbst, wohl aber sein buntes Team zu Beginn keineswegs mithalten. Die Orangenen, die von Experten später als die auf dem Papier unterlegene Mannschaft identifiziert werden sollten, ließen Ball und Gegner laufen. Nach früher Führung mussten sie zwar den Ausgleich hinnehmen, zogen dann aber deutlich davon: Bei 2:5 für orange war der Schreiber dieser Zeilen drauf und dran, die Stimmungslage seines Teams hinsichtlich eines Spielerwechsels zu erfragen.

Bunt spielte in dieser Phase ohne jeden Mut und ließ sich kaum einmal in der gefährlichen Zone vor dem gegnerischen Tor sehen. Man spielte in erster Linie brotlose Querpässe, von Beschleunigung im Spiel war nichts zu sehen. Was wohl auch Basti dachte, der sich irgendwann ein Herz fasste und in halbrechter Position an der Strafraumlinie anzog, sich energisch durchsetzte und aus spitzem Winkel vollendete.

Nach diesem Weckruf (Es geht ja doch!) kam bunt wesentlich besser und vor allem zielstrebiger ins Spiel, doch mit einer absurden Aneinanderreihung vergebener Chancen (selbst Igor schoss in seiner Verzweiflung aufs Tor!) schien man den Weg für orange zu ebnen schien, wieder davonzuziehen. Was aber doch nicht gelang. Irgendwann rutschte der Ball zunächst zum 4:5, später zum Ausgleich ins Netz, vermutlich hatte Basti seine Füße im Spiel, wie auch kurz darauf, als er nach toller Vorarbeit des erneut – auch nach hinten – sehr mannschaftsdienlichen und gut dosiert dribbelnden Igor im Stile eines Klassestürmers (ich dachte an Carsten Jancker) per Chip vollendete.

Orange ließ sich nach der erfolgten Wende indes nicht abschütteln und so wogte es, mit leichten Ergebnisvorteilen für bunt, eine Weile hin und her, bis – we call it a Klassiker – orange die (Halb-)Chance zum 8:8 leichtfertig vergab und sich stattdessen das 7:9 einfing. Jemand machte dann doch das 7:10 und damit den Deckel drauf.

Bunt 10:7 Orange

Bunt: Armin, Igor, Manu, Ralf, Tantieme, Basti, Gast Sammy
Orange: Albrecht, Harald, Marcus M., Meister, Stefan, Steffen, Gast Lars

Man of the Match: Basti. Konnte mithalten.
Honourable Mention für Igor.

Brustringniederlage (18.04.18)

Als hätten sie sich abgesprochen, die Bunten: Völlig unerwartet standen sechs von 16 Kelschen in VfB-Trikots da, die meisten noch dazu weiß (eins schmutzig, eins silber, oder so ähnlich). Dazu Martin, der auf keinen Fall gegen den VfB spielen wollte, und der Meister als VfB-Fan h.c.

Der bunte VfB fand zunächst überhaupt nicht ins Spiel und lag nach einer Viertelstunden mit 0:3 zurück, und vermutlich sah nicht nur der Chronist ein Debakel dräuen. Man riss sich dann aber zusammen (Korkut-Style, klar) und erzielte zunächst den vermeintlichen Ehren-, dann den Anschluss-, den Ausgleichs- und gar den Führungstreffer.

Orange kam wieder zurück, glich aus, der bunte VfB ging erneut in Führung, ehe orange dank freundlicher Unterstützung der an Zornigers Zeiten gemahnenden Brustring tragenden Verteidigung nochmals doppelt traf. Manu hatte für bunt mit einer Doppelchance den Ausgleich auf Kopf und Fuß, scheiterte aber am unerschrockenen Bernd und ein bisschen auch an sich selbst.

 

Bunt 5:6 Orange

Bunt: Albrecht, Armin, Manu, Marcus M., Martin, Meister, Steffen, Tantieme
Orange: Albin, Bernd, Harald, Igor, Ralf, Roman, Stefan, Tobi H.

Man of the match: Stefan. In meiner Erinnerung mit vielen Ballgewinnen und starken Abwehraktionen, nutzte zudem die Räume nach vorne gut aus.

… da noi diciotto (11.04.2018)

Das Außenthermometer des Kraftfahrzeugs zeigte 18 Grad, als der Autor dieser Zeilen es vor dem … da noi due abstellte. Mit einer gewissen Verspätung, wie so häufig in letzter Zeit, versammelten sich 18 Kelschs auf dem Platz. Wer möchte, kann einen Zusammenhang zwischen Außentemperatur und Spielerzahl herstellen. Viele Kelschs spielten kurz-kurz. Thomas ließ gar Mütze und Handschuhe in der Kabine. Da noi diciotto also primavera in anticipo, auch wenn in Stoccarda die Zitronen noch nicht blühen.

Aus dem ärztlichen Bulletin ist zu vermelden, dass Armin nach überstandener Außenbanddehung sein Comeback gab und das Sprunggelenk nicht reagierte. Der ganze Armin im orangenen Tor hingegen schon. Gute Nachrichten. Schlechte Nachrichten: Jochen S. verletzte sich nach gefühlt 25 Minuten, als er einen orangenen Querpass abfangen wollte und sich dabei das Knie verdrehte. Gute Besserung!

Fortan spielte Bunt also in Unterzahl und führte, wenn ich es recht erinnere, zu diesem Zeitpunkt 3:1. Zuvor hatte Roman die bunte Mannschaft mit einem strammen Distanzschuss in Führung gebracht und Steffen mit der Pike ausgeglichen. Unordnung in der orangenen Hintermannschaft und unnötige Ballverluste in der Offensive nutzte Bunt in der Folge geschickt zur verdienten Führung.

Erst nach dem zwischenzeitlichen 4:4 bekam Bunt das Spiel besser in den Griff. Marco spielte, wo er wollte wurde von seiner Mannschaft mit allen Freiheiten ausgestattet und war an vielen gefährlichen Situationen beteiligt. Im Verbund mit Igor, Steffen und Ralf kam die orange Offensive in Schwung. Ralf erzielte zwei Tore, die nach seiner Galavorstellung in der Vorwoche in der Wahrnehmung allerdings etwas untergingen. Igor luchste Orange einen Rückpass ab und spitzelte den Ball aus ganz spitzem Winkel ins Tor. Hinzu kamen einige Fehler in der bunten Defensive, weshalb Orange das Spiel drehen und auf 7:4 wegziehen konnte.

Chancen genug, dies zu verhindern, hatte Bunt. Beispielsweise verfehlte eine Volleyabnahme von Thomas das Ziel nur knapp. Gefährlich waren auch zwei Kopfbälle von Tobi H. und ein Kopfball von Roman, der den Pfosten berührte. Den ein oder anderen schlampig zu Ende gespielten Konter noch dabei, gelang Bunt jedoch nur noch der Schlusspunkt zum 7:5.

Nach dem Ausscheiden von Jochen S. war Bunt minimal überlegen. Wobei auch zu berücksichtigen ist, dass es bei so vielen Spielern auf dem Platz ziemlich eng zugeht. Dementsprechend schwer tat sich Orange, ein Überzahlspiel mit Ballbesitz aufzuziehen. Auf den Nachteil der Unterzahl wollte dann auch kein Orangener die Niederlage schieben. Aus Sicht von Bunt ein Arbeitssieg.

Bunt 5:7 Orange

Bunt: Harald, Jochen S., Manu, Martin, Meister, Roman, Thomas, Tantieme, Tobi H.

Orange: Albrecht, Armin, Bernd, Igor, Marco, Marcus M., Ralf, Stefan, Steffen

Man of the Match: Dieses Mal ist es wirklich kompliziert, einen Spieler hervorzuheben. Ich entscheide mich für Bernd, der sehr mannschaftsdienlich spielte, kaum Fehlpässe produzierte und immer wieder weite Wege zurück sprintete, um Kontersituationen zu unterbinden.

Full House (28.03.2018)

In den Notizen steht, der Meister habe erst nach 25 Minuten eingegriffen, und ich habe keine Ahnung, weshalb das so gewesen sein könnte. Shoegate war schließlich eine Woche zuvor gewesen.

Wie auch immer: Es fiel nicht ins Gewicht. Was nicht am Meister liegt, sondern vielmehr daran, dass wir an eben jenem Abend in der Karwoche sage und schreibe mit 17 Mann (für den Witz mit dem einen Jugendlichen sind wir uns schließlich zu schade) auf dem Platz standen – eine Zahl, die wir zuletzt am 20. September des Vorjahres erreicht bzw. gar übertroffen hatten.

Den Beginn des Spiels – an viel mehr erinnere ich mich ehrlich gesagt nicht – bestimmten Vater und Sohn: Der eine, Claus, setzte gleich zu Beginn eine Duftmarke als Torschütze, vielleicht gar doppelt. Auf der anderen Seite war es Wilm, der den orangenen Torreigen eröffnete und auch sonst den Raum, den ihm die bunten Gegenüber ließen, gut zu nutzen wusste. Orange setzte sich folglich ein bisschen ab.

Mit zunehmender Spieldauer – und nun auch in Überzahl, der Meister, Sie erinnern sich? – begann bunt, ein bisschen ernsthafter zu verteidigen, insbesondere in Person von Marcus, und gestaltete das Spiel zunächst ergebnisseitig ausgeglichener, um dann allmählich selbst in Führung zu nehmen.

Orange kam aber weiterhin regelmäßig zu Torgelegenheiten, und seien wir ehrlich: Hätte Marco kurz vor Schluss ausgeglichen, statt gefühlt drei bunte Defensivspieler auf einmal auf der Torlinie anzuschießen, wäre bunt wohl nicht als Sieger vom Platz gegangen. Hat er aber nicht. Also konnte bunt das Ding mit zwei späten Toren nach Hause schaukeln.

Bunt 13:10 Orange

Bunt: Albrecht, Claus, Harald, Manu, Marcus M., Meister (ab 25.), Ralf, Roman, Stefan
Orange: Albin, Bernd, Igor, Marco, Niki, Steffen, Tantieme, Wilm

Man of the Match: Claus. Er macht auf dem Platz einfach so viel richtig. Finde ich.

14.03.2018 Roman

Bunt: Albrecht, Harald,Manu,Roman,Stefan

Orange(Rot):Albin,Igor,Ralf,Steffen, Meister

 

In Katalonien versuchte ein Roman die Sensation und auf Prag spielte der andere Roman sensationell .

Aber Reihe nach. ..

Nicht viele Kelsch-s. Wieder nur 10, aber vielleicht meckern wir auf hohem Niveau ….Ich weiss es nicht. Diese 10 waren aber zu wenig für das ganze Spielfeld und wir haben da etwas verkürzt auf 16 m. Die Mannschaften machte überraschender weise Meister ganz schnell und trocken. Aber überlegt und ausgeglichen.  Bunt war Läuferisch besser aufgestellt und Orange hat viele Einzelgänger und sprach nicht so für eine Kompakte Mannschaft. Hat sich dann später genau so auch auf dem Spielfeld gezeigt .

Im Tor Berichteschreiber keine große Hilfe, auf dem Spielfeld noch weniger. Eher so mit große Isländische Klappe nützlich…. Diese schwäche im Tor haben die Bunten gleich gesehen und versuchten schnell und manchmal auch aus der weite zu schiessen. Das 3-0 hat der Stefan dann in eine Solo Aktion abgeschlossen. Der Steffen war garnicht mit der Leistung eigene Mannschaft einverstanden und nach eine Einzelaktion verkürzte er auf 3-1 . Manu hat dann weit aus dem Tor den gegnerischen Torwart gesehen und mit einem wunderschönem Lob auf 4-1 erhöht.  Nach 5-1 ist dann der Berichtsschreiber aufs Feld, versuchte auch mit links … Lassen wir es sein. Ein Spieler weniger für Orange. Nur der Steffen versuchte es mit der Brechstange und in der Tat kommt dann auch Orange bis auf -1. In der Phase spielte eben Roman sensationell mit Schnelligkeit, Aggression und Effektiv. Alles richtig gemacht. Bei 7-6 hatten die Orangene durch Ralf 100% Chancen die er normal blind mach. Aber es gibt auch solche Mario Gomez Tage…. Auch die anderen Orangenen haben ihre 1-1 Chancen nicht genützt, aber wirklich alle…

Zm Schluß machte Orange auch Kapitale Fehler im Aufbau die Roman wieder nützte für das 9-6. Da war es definitiv nicht mehr möglich mehr zu machen für Orange. Ein verdienter Sieg für eine stabile, gut spielende und konditionell bessere Mannschaft. In der Kabine bemängelte Meister sehr Stark die Haltung der eigene Mannschaft .

Endergebnis:  10-8 für Bunt.

MoM. Roman

Normalsterblich (7.3.2018)

Emmanuel Sanon. Wer erinnert sich nicht?!


(aus: Harry Valérien, Fußball 74 – Weltmeisterschaft, Südwest Verlag)

 

Vielleicht hat sich Steffen am vergangenen Mittwoch ja ganz ähnlich gefühlt wie dereinst Dino Zoff. Endlich wieder sterblich! Zuvor war er im Jahr 2018 ungeschlagen gewesen: 7 Spiele hat er bestritten, einmal fiel er aus, und errang 5 Siege und 2 Unentschieden. Das waren zwar keine 1141 Minuten, aber doch nahezu die Hälfte, realistisch betrachtet. Die erste ungeschlagene Saison der detailliert dokumentierten Kelschgeschichte schien bereits beinahe realistisch, doch ausgerechnet Fußballzaungast Martin machte die schöne Geschichte zunichte. Hier ein kurzer Ausschnitt – laufen kann er, der Martin:

Zugegeben: Dass es sich nicht um Originalaufnahmen aus einem Mittwochskick handeln kann, lässt sich leicht daran erkennen, dass sich kein Kelsch derart abkochen ließe wie der in der vorliegenden Szene übelst überlaufene Luciano Spinosi.

Zurück zum Spiel. Zu elft standen wir auf dem Platz, und Steffen fiel die undankbare Aufgabe zu, daraus zwei halbwegs ausgeglichene Mannschaften zu formen, was ihm bemerkenswert gut gelang: Bis zur gefühlten 30. Minute nuetralisierten sich beide Teams so gut, dass es erst einer energischen Einzelleistung des doch eigentlich gezwungenermaßen kein bisschen energisch agierenden Igor bedurfte, um den Bann zu brechen und bunt in Führung zu bringen. Nach einer weiteren halben Stunde, möglicherweise übertreibe ich ein bisschen, glich Martin mit einem satten Schuss ins Kreuzeck aus.

Orange tat sich danach auch weiterhin schwer, in Erfolg versprechende Abschlusspositionen zu kommen. Immerhin schlossen sie jedoch überhaupt ab, sodass zumindest bunte Konter vermieden werden konnten. Bunt ließ den Ball seinerseits gut laufen, wurde aber ebenfalls eher selten gefährlich, was nicht zuletzt an Rückkehrer Jochen S. auf Seiten der Orangenen lag, der in seiner halbjährigen Abwesenheit nicht verlernt hat, die Füße immer noch irgendwie dazwischen zu bekommen. Wäre schön, ihn wieder öfter zu sehen.

Irgendwann wurde es Steffen zu bunt und so machte er sich daran, das Netz zu durchschießen, was zwar nicht ganz gelang, wohl aber die Führung brachte. Anschließend hurgelte bunt noch einen weiteren Ball ins Netz, wenn ich nichts durcheinanderbringe, und der eine oder andere Orangene (moi!) sah seine Felle bereits davonschwimmen.

Wiederum war es Martin, der seine Mannen ins Spiel zurückbrachte, aus ähnlicher Position wie bei ersten Mal, nur nicht so gewaltig, und wenig später gelang orange tatsächlich der Ausgleich, ehe – tadaa! – Martin in Knipsermanier die erste orangene Führung erzielte.

Führung und Überzahl – was will man mehr!? Jetzt erst einmal das Spiel ein bisschen beruhigen, kurz der Ruf an den Mitspieler, den Ball ruhig nach hinten zu spielen, bloß keinen unnötigen Risikopass, der vielleicht mit ganz viel Glück … zack, abgefangen, Schuss von bunt (zu schnell, um mich an den Schützen zu erinnern), Roman irritiert den Torwart, 4:4.

Wer jetzt mit einer erneuten Wende gerechnet hatte (moi!), sah sich indes getäuscht: Erneut – wer hätte es gedacht? – war es Martin, der in Mittelstürmerposition die Ruhe bewahrte und die Führung erzielte, und wenige Minuten später netzte dann Jochen nach der vielleicht schönsten Kombination des Abends zum 6:4 ein.

Doch noch gab sich bunt nicht geschlagen: Orange gelang es, bei einer Ecke in Überzahl derart schlecht am Mann im Raum zu stehen, dass Stefan Steffens herunterfallende Flanke aus nächster Nähe auf Kniehöhe verwandeln konnte. 5:6. Übrigens nicht nur auf Kniehöhe, sondern tatsächlich mit beiden Knien. Die orangenen Abwehrspieler sahen einander ungläubig an, wussten aber, dass auf Martin Verlass war: Mit dem Selbstbewusstsein von vier Toren im Rücken schnappte er sich den Ball so selbstbewusst wie zuletzt Jörg M. bei seinem Kelschdebüt, um den verhängten Handelfmeter (Dino Zoff lässt grüßen) souverän zu verwandeln. 7:5. In der Nachspielzeit, so heißt es, war es schließlich wiederum Martin vorbehalten, den 8:5-Endstand herzustellen.

Bunt 5:8 Orange

Bunt: Harald, Igor, Roman, Stefan, Steffen
Orange: Albin, Jochen S., Manu, Martin, Meister, Tantieme

Man of the Match: Es mag überraschen – Martin.

Übrigens erzielte Emmanuel Sanon auch das andere haitianische Tor bei der WM 1974. Ebenfalls ganz hübsch.

Scheißecke (28.02.18)

In der Woche nach den olympischen Winterspielen präsentierte sich der Platz zu weiten Teilen in hervorragender Verfassung, und selbstverständlich standen ihm die Spieler nicht nach. Ok, die Orangenen waren zu Beginn nicht recht auf dem Platz – vielleicht forderte auch die Kälte ihren Tribut – doch das sollte sich im Lauf des Abends ändern.

Bunt begann indes furios und führte nach kurzer Zeit mit 3:0, kurz darauf mit 4:1, ehe orange sich allmählich sammelte und seine spielerischen Qualitäten auf den Platz brachte, auch dank des gezwungenermaßen erneut sehr mannschaftsdienlich agierenden Igor. Als orange auf 3:4 herangekommen war, konnte bunt jedoch noch einmal eine Schippe draufpacken, erhöhte auf 5:3 und hatte das Spiel eine ganze Zeit lang recht souverän unter Kontrolle.

Aber man weiß ja, wie das ist. Einem absurd anmutenden Anschlusstreffer aus dem Nichts folgte kurz darauf der ebenfalls nicht ganz ohne bunte Hilfe zustande gekommene Ausgleich, und möglicherweise stellt die Abfolge beider Treffer, wie auch ihre Wirkung auf das Spiel, die Herren Thommy und Gómez locker in den Schatten.

Kurz darauf verletzte sich Armin in der bereits in der Überschrift verewigten „Scheißecke“: Eine Ecke des Feldes war noch mit den Resten des Schnees aus der Vorwoche bedeckt und bildete nicht mehr und nicht weniger als eine Ansammlung von Stolperfallen, weshalb sie auch weitgehend gemieden wurde. In diesem Fall leider nicht. Aktueller Stand: nichts gerissen, Krankschreibung, sechs Wochen Fußballpause. So’n Mist. Gute Besserung, Armin!

Orange zog (nun mit fünf gegen fünf, Igor hatte gemeinsam mit Armin den Platz verlassen) gegen derangierte Bunte, die auch noch einen hart errungenen Strafstoß ungenutzt ließen, auf 10:7 davon. Bunt verkürzte in den letzten zwei Minuten auf 9:10, und hätte Manu nicht in letzter Sekunde kläglich abgeschlossen oder einfach abgespielt, wäre vielleicht noch ein Punkt drin gewesen.

Natürlich wurde bei Darko einmal mehr bemängelt, dass die Preise (sorry, hab mich vertan) es höchst unbefriedigend ist, Woche für Woche im Zweifel zu sein, ob denn ein zahlenmäßig vernünftiger Kick zustande komme. Das Thema wird uns wohl noch ein Weilchen begleiten.

Bunt 9:10 Orange

Bunt: Armin (bis 65.), Manu, Marcus M., Meister, Ralf, Stefan
Orange: Albin, Albrecht, Igor (bis 65.), Roman, Steffen, Tantieme

Man of the Match: Albi. Traf in der entscheidenden Phase in relativ kurzer Zeit zwei Mal (6:5 und 7:6, oder so) und brach so, wenn man die Sache ein bisschen überhöhen will, den bunten Widerstand.

Slopestyle – 21.02.18

Die Platzverhältnisse waren widrig, alle anderen Jugend- und Erwachsenenmannschaften hatten das Training um den letzten Mittwoch herum ausfallen lassen. Doch immerhin 11 Kelschs, darunter seltene Gäste, wie Schneeexperte Micha und Ollo, der aufgrund einer Haglundferse (!) sein Abschiedsspiel ankündigte.
Auch Igor , der zuletzt eher durch medizinische Bulletins auf sich aufmerksam gemacht hatte, feierte, trotz wenig Zuversicht spendender Prognose ein Comeback.

Auf dem hart gefrorenen und unebenen Platz ließ sich kaum kombinieren oder dribbeln, so dass vieles Zufall blieb. Bunt startete besser und ging aufgrund der höheren Effizienz mit 2:0 und 3:1 in Führung.
Orange kämpfte sich aber ins Spiel hinein und traf mit zunehmender Spieldauer auch besser. So gelang der Ausgleich und mit dem 4:3 und dem 5:4 sogar die Führung. Doch die Bunten benötigten weiterhin nur wenige Chancen, um zu Toren zu kommen, so dass diesen der Ausgleich und kurz vor Schluss sogar die erneute Führung zum 6:5 gelang.

Doch Orange konnte, in der Person von Igor noch einmal zurückschlagen, denn diesem gelang mit einem Hackentrick aus kurzer Distanz der verdiente Ausgleich zum 6:6.

Für den nächsten Mittwoch sieht die Vorschau deutlich besser aus. Der Platz ist, Stand gestern, fast komplett abgetaut und grün. Nur an den Ecken liegen noch Schnee- und Eisreste. Sollte kein erneuter Schneefall mehr kommen, steht einem vernünftigen Spiel am Mittwoch nichts im Wege.
Handschuhe, und wer’s braucht lange Unterhosen, nicht vergessen!

Bunt – Orange 6:6

Bunt: Manu, Tantieme, Meister, TobiH, Steffen
Orange: Igor, Micha, Ralf, Marcus, Armin, Ollo

MotM: Igor – Comeback, Ausgleich kurz vor Schluss und Geburtstagskiste! Ausreichend Gründe, meine ich!

10 – Die Traumzahl (07.02.2018)

Was Bo Derek – die Älteren unter uns erinnern sich sicher – zu dem Spiel gesagt hätte, weiß ich nicht. Gefroren hätte sie in ihrem Bikini bestimmt (Grüße nach Brasilien!). Und 10 war auch gar nicht die Traumfrau, sondern die Traumzahl. So genügsam ist man inzwischen. 10 Spieler – acht Kelschs und zwei Gastspieler – kicken und am Ende steht es 10:10. Nach zweitägigen Vorüberlegungen auf WhatsApp hatte Roman die glänzende Idee gehabt, im Büro zwei Gäste zu akquirieren. Halleluja! Nicht schon wieder auf die ungeliebten Eishockeytore.

Ich könnte aus den Berichten der vergangenen Wochen herauskopieren, dass „meine“ Mannschaft den Beginn verpennte. Kaum gewonnene Zweikämpfe, zu viel Raum für die Grünen (jaja, so war das) und ein schleppendes Angriffsspiel. Stattdessen sollte ich besser darüber nachdenken, warum das wieder „meine“ Mannschaft betraf. Die Grünen machten die Sache jedenfalls sehr gut, standen kompakter und leisteten sich auch viel weniger Fehlpässe. Im Sturm wirbelte der grüne Gastspieler (dessen Namen ich leider vergessen habe – Tomek hieß der bunte Gast). Zur Halbzeit hätte Bo Derek ihren Hintern sicher nicht darauf verwettet, dass Bunt noch einmal ins Spiel kommt. Doch als der Fünf-Tore-Rückstand der Grünen nach und nach dahinschmolz, schöpften die Bunten neue Hoffnung. Ihr Spiel wurde köperbetonter – ein-, zweimal auch über das Erlaubte hinaus – und die Abwehr stand sicherer. Grün stemmte sich noch einmal dagegen, den sicher geglaubten Sieg aus der Hand zu geben. Doch ein Hurgeltor der Bunten, eine Minute vor dem Abpfiff durch Zeitnehmer Tantieme, besiegelte das letztlich gerechte Unentschieden.

So bleibt folgende Kabinenerkenntnis: Wenn man einen Rückstand von 3:8 zu einem 8:8 aufholt und nach dem erneuten Rückstand von 8:10 am Ende den Ausgleich macht, fühlt sich das besser an als umgekehrt. Hier ließe sich eine schöne Dialektik über das Unentschieden an sich beginnen. Oder – Fakten, Fakten, Fakten – einfach feststellen, dass es das erste Unentschieden des Jahres 2018 war und Steffen in diesem Kalenderjahr weiter ungeschlagen ist.

Ein besonderer Gruß geht noch an die Jugendmannschaft der Kickers. Dass wir wegen der Kinder auf dem Platz erst um 20:30 Uhr würden beginnen können, war klar. Dass die Nachwuchshoffnungen von der Waldau eine Kabine hinterlassen, in der es wie in einem Puma-Käfig riecht und angebissene Schokoriegel und anderer Müll rumliegt, eher nicht. Da auch noch das warme Wasser aufgebraucht war, konnte der SVK gestern Abend wohl keine neuen Anhänger dazu gewinnen.

Bunt 10:10 Grün

Bunt: Marcus M., Niki, Ralf, Steffen, Gastspieler

Grün: Harald, Marco, Roman, Stefan, Gastspieler

Man of the Match: Schwierig, einen Spieler hervorzuheben. Steffen und der Gastspieler der Grünen hoben sich aus ihren Mannschaften etwas hervor und erzielten beide viele Tore für ihre Farben. Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte: Niki und ich entschieden uns in der Kabine für Roman, weil er am Nachmittag durch sein spontanes Eingreifen erst das Spiel auf die reguläre Größe ermöglichte. Und ganz schlecht spielte er ja nun auch nicht.