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“Aber net mit der Kappe!”

Gestern Nachmittag, Unnere Strooß, Heidelbesch (Untere Straße in der Heidelberger Altstadt). Hatten es uns an einem Tisch im Schatten gemütlich gemacht und Schnitzel mit Pommes für den Sohn, Flammkuchen für die Frau und Salate mit großzügigen Beilagen für Vater und Töchter bestellt. Tobi H holte sich am Telefon wie jede Woche gerade noch letzte Tips vom Taktikfuchs Islandese für den Matchplan am Mittwoch ein. „… und immer drauf achten, dass der 6er den Raum zwischen dem gegnerischen 10er und … Tobi!!! Ich muss Schluß machen, da kommt der Kevin Kuranyi!“

KK22 war schon seit einer halben Stunde durch die Heidelberger Altstadt geschlendert, ohne dass ihn auch nur ein einziger der zahlreichen amerikanischen oder japanischen Touristen, der Akademiker oder Reisegruppen-Rentner zu erkennen schien. Würde sich denn wirklich keine Sau in diesem Kaff für ihn interessieren? Da durchschnitt ein Ruf wie eine Gewehrkugel die klirrende Hitze in den schmalen Gassen …

„KEVIIIIIN!!! Heeeey, Mann, komm, wir MÜSSEN ein Photo zu machen!“ – (KK lacht:) „Aber net mit der Kappe!“ – „Aber gerade mit der Kappe! Habe meinem Sohn erst am Samstag im Stadion gegen Manchester City vom Champions Leage Spiel 2003 gegen United erzählt. Kann mich noch gut an Dein Tor erinnern, Weitschuss halb rechts, Unterlatte, rein! Stimmt’s?“ – (KK grinst) „Stimmt.“ Sein älterer männlicher Begleiter photographiert, die Kappe bleibt auf. Fussballer-Handschlag. „Danke, Kevin, viel Glück, schön, dass Du wieder da bist.“ – „Danke, Euch allen noch einen guten Appetit.“

Gut sah er aus, groß, tierisch breite Schultern, sehr entspannt und bester Laune. Logisch, endlich hat ihn einer erkannt …

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Swamp Soccer anyone?

The annual European championship in swamp soccer will be held for the sixth time in Ísafjörður, the largest town in the Icelandic West Fjords, during the Merchants’ Weekend holiday, July 31 to August 2. A children’s swamp soccer tournament takes place the weekend before.

“There is great excitement for the swamp soccer in Ísafjörður, as always,” Gylfi Ólafsson, the championship’s media representative, told Morgunblaðið. The championship is a mixture of a serious competition and fooling around. “The swamp soccer championship in Ísafjörður is the only official swamp soccer tournament in Iceland,” Ólafsson stated. “We especially encourage women to come and participate; there are usually fewer women,” Ólafsson said, adding, “Girls think it’s a lot of fun and they look much hotter in the uniforms than guys do. They also have a different approach to the game. Participants don’t have to have practiced any sport to be good at swamp soccer,” he ensured, “it follows different principles.” This year participants can also compete in swamp long jump and swamp bungee.

http://www.myrarbolti.com/english

http://icelandreview.com/icelandreview/daily_news/?cat_id=16539&ew_0_a_id=365017

Großer Riesenseufzer – oder: Der Platz, der die Welt bedeutete

Liebe Söhne Kelschs,

Es deutete sich bereits in den letzten Wochen an, dass sich da was zusammenbraut im Hohen Norden. Die seismischen Aktivitäten im Knie unseres isländischen Lieblingsspielers waren an Intensität nur noch mit denen des geschätzten und inzwischen zu Weltberühmtheit gelangten Kollegen Eyjafjallajökull zu vergleichen, der es inzwischen sogar in die Überschriften des FAZ-Sportteils schafft.

So weit werde ich es nicht mehr bringen, das steht nunmehr fest. Die Karriere ist beendet. Endgültig. Schlimmer als erhofft war die Diagnose: Erneuter Riss im bereits lädierten linken Innen-Meniskus. Besser als befürchtet hingegen die Therapie-Empfehlung: Wie von Prof. Dr. M. HipMan bereits antizipiert, versuchen wir’s (vorerst) konservativ ohne OP und begeben uns vertrauensvoll in die Hände attraktiver großgewachsener Wikinger-Krankengymnastinnen. Die attraktive großgewachsene Wikinger-Krankengymnastin meiner Wahl stellte denn auch gleich ein äußerst unattraktives Rehaprogramm für den großgewachsenen Möchtegern-Wikinger zusammen. Das Ziel ist indes nicht, auf den Platz, der die Welt bedeutet, zurückzukehren, sondern wieder ein normales Leben zu führen und möglicherweise Altherrensport zu betreiben (Golfen, Reiten, Schwimmen, leichtes Radfahren, mit dem Rollator spazierengehen, etc.).

Meine Kickstiefel hänge ich also hiermit – auf dringenden Rat der Ärzte sowie auf Befehl meiner attraktiven großgewachsenen Wikinger-Spielerfrau – endgültig an den virtuellen Nagel. Wenn ich so alt werde wie mein Großvater, werden ich und mein Meniskus noch mindestens 60 Jahre durchs Leben gehen müssen. Das sollten wir dann am besten aufrecht tun. Die etwa 39 Jahre mit unserem Freund aus Leder waren schön (davon die acht wunderschönsten mit den Kelschs von 1997 bis 2005 – die Kameradschaft, die mich an meine Militärzeit erinnerte, werde ich nicht vergessen), aber irgenwann ist bei uns allen einmal Schluss. Bei mir und Jens Lehmann kam der Besenwagen mit 40, beim Uli Hoeneß mit 27, beim Marco (bisher) mit über 50 – insofern habe ich keinen schlechten Schnitt. Werde Euch das nächste Mal (voraussichtlich im August, falls bis dahin wieder geflogen werden kann …) meine Aufwartung als Fan machen und selbstredend einen Kasten mitbringen, den ich dann bereits während des Spiels leeren kann. Sportinvalidenprivileg.

Es war ein Vergnügen und eine Ehre, mit jedem einzelnen von Euch auf dem Platz gestanden zu haben. Takk fyrir mig!

Mit sportlichen Grüßen vom wildesten Ende der Welt,

Euer JOCHEN K. KELSCHSSON, Ex-Kunstrasenwart Außenstelle Island

Mei, woar dös hoaß (am 19. August 2009) …

DIE MANNSCHAFTEN:

ORANGE: Thomas, Tobi H, Bernd, Jochen K, Jochen S. (ab 46.)

BUNT: Steffen, Martin, Stefan, Ralf, Jochen S. (bis 45.)

DAS ERGEBNIS: 13:12 für Orange.

DAS SPIEL:  Jo mei … hoaß woar’s. Ein etwas müder Kick bei tropischen Temperaturen, kein Fritz-Walter-Wetter und auch kein Schatten weit und breit, dazu noch vier gegen fünf, was immer etwas unglücklich ist, weil dös is jo gloar: Eine Mannschaft hat immer 25% mehr Spieler auf dem Platz als die andere. Nachdem kurzzeitig erwogen wurde, auf Babytore zu spielen (meiohmei, so was hätt’s früher net geb’n …), wurden diese bei Ankunft des verspäteten Doc wieder vom Platz geräumt und anständige Fußballtore aufgestellt. Das Spiel entwickelte sich zu einer etwas rumpelfüßlerischen Angelegenheit. Steffen, bei seinem Comeback mit Tape und in bester Verfassung, machte für Bunt in Überzahl das 1:0, Islandese mit einem Doppelschlag brachte die Orangen auf 2:1, doch dann ließ Bunt den Ball geduldig kreisen und zog davon, so sehr, dass in der Halbzeit die Überzahl zu Orange wechselte. Nun holten die Apfelsinen langsam aber stetig auf, nur Martin mit zwei phantastischen Gewaltschüssen aus 20 Metern jeweils in den Winkel konnte das Ergebnis noch zugunsten der Bunten offen halten. Bei 12:11 für Bunt kurz vor Schluss war es dann unserem isländischen Kunstrasenexperten (der sich allerdings verwachst hatte und einige Male bös ausrutschte) vorbehalten, mit einem weiteren Doppelschlag und seinen Treffern 7 und 8 das Spiel noch zu drehen und für Orange zu entscheiden, das 12:12 mit Picke aus spitzem Winkel unter die Latte und den Siegtreffer nach Martin’s Ballverlust von der Mittellinie ins leere Tor. Viele vergebene Chancen sowie oft zu laxes Abwehrverhalten auf beiden Seiten – kein großes Spiel, aber spannend war’s, und gerackert haben alle trotz der Hitze. So war’s wieder Mal eine runde Sache und wie immer ein großes Vergnügen, mit dem Kelsch hinten drauf aufzulaufen. Takk!

MAN OF THE MATCH: Ganz schwierige Sache diesmal, keiner drängte sich wirklich auf, alle hatten heute Licht und Schatten und vor allem müde Beine. Zwei Umstände führten dann aber doch dazu, den (wie man’s von mir erwartet) ISLANDESE zu küren: Erstens hat, wer acht von dreizehn Kisten macht, gute Argumente, über seine sonstigen stümperhaften Verstolperer hinten wie vorne den Mantel der Nächstenliebe zu decken. Und zweitens, wenn sich keiner aufdrängt, dann kriegt den Pott halt der, der einen Kasten mitbringt. Und das war nunmal unser bescheidener Isi vom Polarkreis, der immer noch gerne ralf-gekühlte Tannenzäpfle trinkt. Skál!

Magisches Duo – Balakov bestätigt Man of the Match

Balakov & Islandese

Im Rahmen des „Processi Giovedì“, der wöchentlichen Verbalanalyse des Mittwochskick, kam es zum Aufeinandertreffen zweier Großer – Krassimir Balakov traf Giovanni Islandese. „Der Islandese und ich – wir wären ein Riesentrio“, meinte der legendäre 10er des VfB über den Kelschman of the Match des letzten Mittwochs, „er ist ein Weltklassespieler, der jede Mannschaft verstärken kann. Ich habe den Mittwochskick live im Fernsehen gesehen, er war ohne jeden Zweifel bester Mann auf dem Platz und damit verdienter Man of the Match, schade, dass ich nicht mitspielen konnte. Der Islandese hat mir versprochen, mich anzurufen, wenn er wieder mitkickt.“

Geil for Goal – 10:7 für die isländischen Orangen

SPIELBERICHT:
ORANGE: Marco, Martin, Islandese, Carsten, Jochen S, Stefane.
BUNT: Micha, Thomas, Niki, Igor, Tobi, Andi.

Sechs gegen Sechs, heiße Kiste, gutes ausgeglichenes Spiel mit vielen Toren und noch mehr Torchancen, hin und her ging es, technisch sauber, reife Spielanlage mit manchmal allerdings himmelschreiender Chancenverwertung (Tooobiii!!!) und hanebüchenem Abwehrverhalten, jeweils auf beiden Seiten. Der Platz war groß, exzellentes Konditionstraining, am Ende waren alle fix und foxi, aber glücklich (v.a. einer). Die Orangenen waren letztendlich die zielstrebigere Mannschaft, abgezockter vor dem Tor und leidenschaftlicher in den Zweikämpfen. Dazu mit einem Islandese, der nicht nur vier Tore schoss, sondern auch als Vorbereiter glänzte, das Spiel zusammen mit den erneut überragenden Marco und Martin in die Hand nahm und die Youngster im Team (Stefane und Jochen S.) an der Hand nahm und, sehr zu ihrer Freude, auch mal anschnauzte. Irgendwann waren die Orangenen 3 Tore vor und ließen sich diesen Vorsprung nicht mehr aus der Hand nehmen, immer wenn Bunt auf 2 verkürzte, wurde gnadenlos zurückgeschlagen, v.a. Marco war erstaunlich fit und hatte immer eine Antwort parat, Micha hat‘s nicht gern gesehen. Selbst am End kurvte und carvte Marco noch durch Micha‘s Sechzehner wie um Slalomstangerln, tanzte mit dem Ball auf der Torauslinie und legte nicht nur Stefane ein herrliches Tor auf. Hellwach auch noch in der allerletzten Minute luchste er Micha nochmal den Ball ab und schob ihn ins leere Tor zum 10:7 Endstand ein. Fazit: Riesenkick, immer wieder eine Freude!

MAN OF THE MATCH: Me, myself and I.
Der einzige Spieler mit dem Namen Kelsch(sson) auf dem Trikot war heute auch der Beste. Unumstritten. Seine hilflosen Versuche, einen seiner Mitspieler in den Ehrenrang zu erheben („Ganz klar der Martin, was für Zauberpässchen!“ – „Der Marco, was ein Antritt, in dem Alter!, und welch Chuzpe vor dem Tor!“), misslangen. Vier Kisten, eine blitzsauberer als die andere, darunter fast schon standesgemäß das für sein Spiel so psychologisch wichtige 1:0, dazu ein Zauberschuss aus 20m flach um alle Spieler rum ins Eck geschlenzt, ohne dass Micha auch nur etwas sah, immer anspielbar, souverän wie ein Alter, gelaufen wie ein Junger, vorne gierig, hinten auch mal eiskalt an den eigenen Außenpfosten geklärt, bei Kontern manchmal zu eigensinnig vor dem Tor und ohne das Auge für seine Mitspieler, aber stets geil for goal, und immer die richtigen Worte für Mit- und Gegenspieler gefunden. Die harte isländische Schule eben. Kurz: Ein Riesentyp! Findet auch der Niggi … und einen Kasten hat er auch noch mitgebracht!

STIMMEN ZUM SPIEL:
MARTIN: „Endlich mal einer, der den Ball stoppen kann.“
MARCO: „Ich habe kein Talent, aber Erfahrung.“
TOBI: „Ja gut, ich sachma, die Dinger kammer machen, muss mer aber nicht machen, die Tore sind halt auch verdammt klein, richtig frei stand ich auch nie, und es fehlten eigentlich immer nur ein paar Millimeter.“
NIGGI: „So ein verficktes Scheißspiel! Schön, dass Du da bist, Islandese – und schön, dass Du nächste Woche wieder auf der Insel kickst!“
TEAMCHEF THOMAS T.: „Schwer zu sagen, so direkt nach dem Spiel, aber wir waren heute natürlich die klar bessere Mannschaft und hätten das nach Hause spielen müssen. Dem Islandese muss halt mal einer auf die Socken treten. Außerdem war er ja eigentlich in unserer Mannschaft, nur wegen seiner roten Jacke mussten wir ihn gegen Igor austauschen. Also, ich würde sagen, alles in allem hat Bunt gewonnen.“
ISLANDESE: „This game is about Toreschießen, not about Schönspielen. The young players like JPS and Tobi need to be geiler for goal. I am always geil for goal. But now I am geil for Darko and his Bolognese and a big Radler. Islandese immer musse schieße Tor. Heute vier. Habe Kelsch immer in die Herze, isse schade, dass Manu unne die Ollone, Meister unne die Steffen ware nix auf die Platze heute, aber isse immer spettacolare zu spiele mit die Kelschs. Grazie og takk fyrir mig!“

Men of the Match: Die Gelben!

MAN OF THE MATCH: Die Gelben – die Mannschaft war der Star!

Gelbe Einzelkritik:

MANU: Weltklasse. Denker & Lenker im gelben Spiel, alles was er machte hatte Hand und v.a. Fuß, herrliche Ballbehandlung, immer anspielbar, immer den besser postierten Mitspieler suchend, nie verzweifelnd, sondern immer konstruktiv trotz teilweise hanebüchener Abschlußschwäche seiner von ihm glänzend in Szene gesetzten Kollegen. Man of every Match.

MARTIN: Weltklasse. Der schleichende Altstar. Trotz seines Alters fast schon erschreckend souveräne Partie. Wann und wo immer er gebraucht wurde, ließ er seine alte Klasse aufblitzen. Hinten Löcher gestopft, im Mittelfeld stets präsent, vorne arschgeil-lässig im Abschluß, zeigte den Wanna-be-Stars (Islandese), wie man die Hütte trifft. Perfekte Partie, heimlicher Man of the Match.

ISLANDESE: Weltklasse. Unglaublicher Wille, das 1:0 zu machen. War danach erstmal ausgepowert. Kam aber wieder zurück, fightete sich zu einer Fülle v.a. von Konterchancen, die er bis auf eine allesamt kläglich versiebte. Spürte offenbar die historische Dimension des Augenblicks. Machte trotzdem noch eine blitzsaubere Kiste mit dem Außenrist. Brachte außerdem einen Kasten mit, und fand auch sonst immer die richtigen Worte für die Youngsters. War wie üblich vorne, hinten, rechts, links und mittendrin zu finden und vom Gegner nie in Griff zu bekommen. Das Wort Taktik kennt er nicht, spielt 90 Minuten Powerfußball und redet auch so. The Should-have- alias Must-have-been-Man-of-the-Match.

ANDI: Weltklasse. Der Youngster im Team, dem manchmal noch die nötige Konstanz fehlt. Machte heute ein blitzsauberes Spiel. Als Abwehrchef (!) fast fehlerfrei, bei Tempogegenstößen stets gefährlich und mannschaftsdienlich. Hat eine große Zukunft vor sich. Glänzend aufgelegt, Rookie of the Match!

TOBI H: Weltklasse. Malteser Füße, aber ein Kopfballungeheuer Bierhoff’schen, nein: Hrubesch’schen Kalibers! Hämmerte zwei Kopfbälle wie mit der Abrissbirne in die Maschen, Micha schwebte zweimal in Lebensgefahr. Auch sonst ein körperlich stets präsenter Abwehrrecke, der trotz seiner Jugend fast schon ein Haudegen genannt werden kann. Glänzend aufgelegt, Head of the Match!

RALF: Weltklasse, rannte und rackerte fürs Team, schoss ein paar schöne Tore und glänzte mit einer Maßflanke von links auf Tobi’s Kopf, der dieser nicht mehr ausweichen konnte. Wird mal ein ganz Großer, Body of the Match!

MEISTER: Weltklasse, rannte und rackerte fürs Team, schoss ein Tor und glänzte mit einer Maßflanke von rechts auf Tobi’s Kopf, der dieser nicht mehr ausweichen konnte. Wird mal ein ganz Großer, Flanken-Ludo of the Match!

Kunstrasenzauberei (26.03.2008)

DIE MANNSCHAFTEN:

GELB (die orangenen Leibchen hatte jemand zuhause vergessen): Manu, Martin, Islandese, Ralf, Meister, Tobi H, Andi.

GESTREIFT (die Bunten liefen mehrheitlich in Zebrastreifen auf, sei es im Juve-, Newcastle- oder KR-Hemedle): Thomas, Steffen, Nicki, Igor, Bernd, Micha.

DER SPIELBERICHT: Von Anfang an entwickelte sich eine äußerst intensiv geführte Partie auf hohem technischen und taktischen Niveau. Die Gelben, trotz Überzahls auf dem Papier die klaren Underdogs, versuchten Druck über die Flügel zu machen und permanent Vollgas zu geben, Gestreift versuchte das Spiel durch sichere Ballstaffetten zu kontrollieren und auf Fehler der unerfahreneren Gegner zu lauern. So stand es lange Zeit 0:0, bis Islandese nach einer klasse Direktkombination über drei Stationen aus der Drehung das 1:0 erzielte. Was dann folgte, war ein Keulenschlag für die Gestreiften: Zwei Maßflanken, einmal von rechts vom Meister und zwei Minuten später von links von Ralf, hämmerte Tobi jeweils aus vollem Lauf mit dem Kopf ins Netz. Fast schon die Vorentscheidung. Näher als 2 Tore sollte Gestreift nicht mehr herankommen. Es fehlte trotz der vielen Hochkaräter im Team die letzte Konsequenz im Abschluß, der letzte Biss im Zweikampf, der letzte Wille, das Spiel noch zu drehen. Gelb dagegen ließ nie nach, setzte den Gegner permanent unter Druck, wurde nicht nachlässig, stand den Gestreiften immer auf den Socken und spielte teilweise einfach geilen Fußball. Die Alten pushten die Jungen, und gemeinsam rannten, arbeiteten, und spielten sie das Ding letztlich souverän nach Hause. Endstand 10:5 für Gelb. Und wäre dem islandesischen Gast vor dem leeren gegnerischen Tor nicht ein paarmal das Herz in die Hose gerutscht, hätte es ein Debakel für die Gestreiften gegeben. Gut so, am Ende lagen sich alle in den Armen und tranken gemeinsam, völlig überraschend, ein Bier oder zwei.

SPIELNOTE: 1 – phantastisch die Entwicklung der Kelschs! Selten ein derart hochklassiges Match gesehen. Högschde Konzentration, super Ballbehandlung, schönes Spiel. Das sah nach richtig gutem Fußball aus! Dem Kunstrasen und allen Kelschs sei Dank!

PRESSESTIMMEN:

SÜDDEUTSCHE: Die galaktischen Gestreiften haben ausgezaubert.

BILD: Überschätzt, überbezahlt, über dem Zenit – jagt die Zebras auf den Gletscher!

GAZZETTA DELLO SPORT: Volano i gialli!

STIMMEN ZUM SPIEL:

MANU (Käpt’n Gelb): „Wir sind natürlich sehr zufrieden mit der Leistung, die die Mannschaft heute abgerufen hat. Wir haben sehr gut trainiert und sind momentan einfach gut drauf. Und wenn Du mal nen Lauf hast mit so ner jungen Truppe, dann wird das fast zum Selbstläufer. In der Verfassung können wir jeden schlagen, aber wir denken nur von Spiel zu Spiel, von der Meisterschaft redet bei uns keiner.“

THOMAS (Käpt’n Gestreift): „Wir haben naiv gespielt und verdient verloren. Diese jungen Hüpfer musste halt ständig unter Druck setzen, wenn Du die erst mal ins Spiel kommen läßt, kriegste halt die Hütte voll. Bei uns ruhen sich einige auf den Lohrbeeren der Vergangenheit aus, so kann man keine Spiele gewinnen. Wir müssen wieder 100% gehen und uns den Arsch aufreissen, sonst gewinnste hier keinen Blumentopf.“

MARTIN (Leistungsträger Gelb): „Ja gut … Hauptsache gewonnen … Ich sachma der Islandese … ja, ist schon besser, dass der bei uns in der Mannschaft ist … sonst dabbt der mir immer auf den Füßen rum …“

NICKI (Leistungsträger Gestreift): „Halt doch die Fresse, Mann! So ein Scheißspiel! Islandese? Interessiert mich nicht! Soll doch heim zu den Käsköppen gehen oder woher der kommt, der Arsch!“

SIBYLLE (Edelfan seit 40 Jahren): „Hab das Spiel beim Darko angeschaut. Auf Großbildleinwand sieht der Islandese noch besser aus als in echt. Total süß! Hab ihm einen Trikottausch angeboten. Sieht man natürlich, dass der im Kindi-Kinderladen war. Ist nicht so ein bekloppter Ja-gut-ich-sach-mal-Fußballer, sondern ein bekloppter Lasst-mich-mal-ausreden-Fußballer. Hab ich schon im Sandkasten gemerkt. Sieht außerdem echt super aus, oder hab ich das bereits gesagt? Spitzen Erfrischungsgetränke beim Darko übrigens.“

DARKO (Mannschaftskoch): „Ich kenn den Islandese ja schon von klein auf, als er noch kein Superstar war. Ich gönn ihm das total, dass er jetzt im Ausland spielt. Trotz der Millionen ist er total normal geblieben. Immer noch der bescheidene Junge von früher, der sich höflich anstellt und von der Küche keinerlei Sonderbehandlung erwartet. Ich geb ihm immer ein Paket von meinen selbstgemachten Maultaschen mit auf die Insel, die findet er da ja net, das ist glaub ich ein Geheimnis seines Erfolgs.“

ISLANDESE (Isländischer Legionär & Ehrengastspieler Gelb): „So werden wir Meister. Das hab ich doch immer gesacht, dass die Ergebnisse der letzten Monate nicht das Potential der Mannschaft widerspiegeln. Ich hab immer an diese Jungs geglaubt! Das is ne Supertruppe, die Moral stimmt, die Jungs haben alle Talent und sind klasse Jungs, jetzt vom Charakter her mein ich, und Manu und Martin übernehmen die Verantwortung, haben die Erfahrung und Autorität, die Du in der Champions League einfach brauchst. Was zu einer absoluten Spitzenmannschaft vielleicht noch gefehlt hat, war die Dynamik, die Eloquenz und die Geilheit vor dem Tor, wie sie ein Loddarmaddäus oder auch ein Islandese haben. Die wollen immer gewinnen und reißen die Jungs mit. Die Schangsen muss ich natürlich machen, aber ich sach mal: Gewonnen ist gewonnen, die 3 Punkte nimmt uns keiner mehr. Die Wohnortdebatte kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich trainier super auf der Insel und krieg halt auch die Birne frei, außerdem sehen da die Frauen viel besser aus. Dass ich nicht jedes Wochenende im Stadion sitze, sehe ich eher als Vorteil, in den 90 Minuten werd ich immer mindestes um 1 Jahr älter. Und so frischen Fisch wie in Island gibts in Stuttgart auch nicht. Und die Maultaschen krieg ich vom Darko.“