Herbstlicher Hefewetz (09.11.2016)

Vielleicht lag es am widerlichen, nasskalten Wetter, dass der Kick spielerisch äußerst dürftig war und auf beiden Seiten kapitale Fehler gemacht sowie kuriose Tore kassiert wurden. Ein herbstlicher Hefewetz halt. Im Grunde zeichnete sich dies schon vor dem Anpfiff ab. Angesichts der konfusen Entscheidungslage, ob das Spiel auf der gesamten Länge des Spielfeldes respektive Breite des Platzes ausgetragen werden sollte, trugen mehrere Kelschs ein mobiles Tor mehrfach auf den Platz und wieder runter. Als der 12. Mann aus dem Nieselregen auftauchte, konnte schließlich auf regulärer Platzgröße angepfiffen werden.

Der wiedergenesene Meister schaute zu Beginn kurz vorbei. Allerdings war er noch nicht fit genug, seine neongelbe Warnweste gegen ein orangefarbenes Leibchen einzutauschen. Wohl um nicht erneut krank zu werden, verabschiedete sich der einzige Zuschauer der Partie nach wenigen Minuten wieder. Vielleicht wollte er auch einfach besseren Fußball sehen. Das Hinspiel zwischen ACF Brescia Femminile gegen Fortuna Hjorring in der Zwischenrunde der Frauen Champions League vielleicht (Kelsch-Ergebnisdienst: 0:1).

Über den Spielverlauf dieser Begegnung ist mir nichts bekannt. Unser Spielverlauf sehr wohl und der ist schnell erzählt. Orange ging zügig 2:0 in Führung und wirkte in der Abwehr noch einigermaßen stabil. Bunt kam trotz des Fehlstarts besser ins Spiel und drehte den Spielstand auf 2:3. Zwei der drei Tore erzielte Ralf, der nicht konsequent und eng genug gedeckt wurde, so dass er aus kurzer Distanz hart und platziert abschließen konnte.

Der schönste Angriff des Abends wurde leider nicht mit einem Tor gekrönt. Zum Ende eines schnellen Angriffs von Orange flankte der starke Thomas zentimetergenau in den Lauf von Tobi H., dessen Volleyabnahme nur knapp am Tor vorbeirauschte. Trotz dieses Warnschusses spielte Bunt zu offensiv, oft mit vier Feldspielern, und blieb damit konteranfällig. Steffen beendete zwei Alleingänge erfolgreich und wendete folglich das Blatt zu Gunsten seiner Mannschaft zum zwischenzeitlichen 4:3. Ein kurioser Treffer brachte den bunten Ausgleich zum 4:4. Nach einer Flanke in den Strafraum schoss sich Roman selbst an, worauf der Ball per Bogenlampe über den verdutzten Verfasser hinweg ins lange Eck murmelte.

In der Folgezeit leisteten sich die Orangenen katastrophale Fehler. Die Mannschaft stand – im wahrsten Sinne des Wortes – ohne ausreichende Absicherung viel zu hoch oder leistete sich im Spielaufbau schlimme Fehlpässe in der eigenen Hälfte. Solche Böcke bestrafte Bunt, vor allem in Person von Igor als Vorbereiter und Torschütze, souverän. Beim Zwischenstand von 4:7 sprach nicht mehr viel für Orange. Zudem machte der behäbige orangene Spielaufbau den Bunten die Abwehrarbeit leicht.

Mehr Glück als Spielverstand sowie mehrere Fehler jetzt auf Seiten der Bunten führten dazu, dass Orange das Spiel doch noch einmal drehen und mit 8:7 in Führung gehen konnte. Ein langer Ball des Verfassers aus dem Halbfeld auf Martin verfehlte sein Ziel deutlich war von atemberaubender Präzision und senkte sich in den exakt Winkel. Ein Schüsschen von Tobi H. hurgelte neben dem Pfosten ins Tor, statt – wie von Torspieler Tantieme erwartet – am Tor vorbei. Erwähnt werden muss allerdings auch, dass Bunt in dieser Phase mehrfach an Martin im orangenen Tor scheiterte, der stark hielt.

Die neuerliche Führung hatte denoch nur kurz bestand. Igors Solo störte Orange zu zögerlich, worauf er den Ball von der Strafraumkante mit dem Außenrist unhaltbar zum ins 8:8 ins Eck schnibbelte.

Daraufhin hatte man sich eigentlich schon mit dem Unentschieden arrangiert. In den letzten knapp zehn Minuten passierte nach vorne kaum noch etwas, was auch an der mangelnden Laufbereitschaft und der fehlenden Dynamik auf beiden Seiten lag.

So war es zwei Minuten vor Abpfiff ein individueller Fehler des Verfassers, der Ralf in seinem Rücken nach Igors Flanke entwischen lies. Fast schon müßig zu erwähnen, dass der Ball von der Schläfe des bunten Torjägers Richtung Tor hüpfte und zum spielentscheidenden 8:9 über die Linie kullerte. Orange ging noch einmal mit Mann & Maus nach vorne, musste aber nach einem Ballverlust und einem schnellen Konter mit dem Abpfiff das Gegentor zum Endstand hinnehmen.

Ein Unentschieden wäre meines Erachtens verdient gewesen und hätte die Leistungen der beiden Teams besser widergegeben. Hätte, hätte, Naturfreundegaststätte… Da waren wir auch noch. Aber nur zu viert.

  

Orange 8:10 Bunt

Orange: Jochen S., Marcus M., Martin, Steffen, Thomas, Tobi H.

Bunt: Harald, Igor, Niki, Ralf, Roman, Tantieme

 

Man of the Match: Das ist für mich Ralf, der die Ladehemmung der letzten Wochen überwunden hat. Als echte Neun erzielte er viele Tore, insbesondere zu Beginn des Spiels und zum spielentscheidenden 8:9.

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